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Ein zeitliches Bündnis für ewige Werte

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Ein Artikel von Ingolf Ellßel, Präses des BFP
anläßlich des 50-jährigen Bestehens des BFP 1997


In einer Zeit, in der Verträge und Bündnisse den Wert ihrer Beständigkeit zunehmend verlieren, ist es absolut legitim, "50 Jahre Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden" zu feiern. Es ist ein doppeltes Jubiläum: einmal vom Namen her (Pfingsten bedeutet fünfzig) und auch im Blick auf die Gemeinden. Für mich Anlaß genug, über den Ursprung und Sinn von "Bündnis" nachzudenken.

Der Bund ist Gottes Idee

Der Mensch in der Schöpfung ist einzigartig mit seiner Würde von freiem Willen und Verstand. Während alles andere Geschaffene marionettenartig seinem inneren Programm nachlebt, braucht der Mensch Bündnisorientierung, um seine Freiheit einsetzen zu können. Das erste Bündnis im Paradies wird zwar so nicht genannt, entspricht aber inhaltlich dem hebräischen Wortverständnis. Dabei setzt der Begriff "berit" ursprünglich nicht notwendigerweise ein Verhältnis zwischen zwei ebenbürtigen Partnern voraus, sondern bezeichnet auch eine feierliche Abmachung, in der ein Mächtiger sich gegenüber einem weniger Mächtigen zu einem bestimmten Verhalten verpflichtet, wenn er bei dem anderen gewisse Voraussetzungen erfüllt sieht. So geht auch, wenn Gott mit Menschen einen Bund schließt, die Initiative zu diesem Bund stets von ihm allein aus, während die Einwilligung von seiten des Menschen in der Regel als selbstverständlich vorausgesetzt wird. Wo in der Bibel von einem göttlichen Bundesschluß die Rede ist, geschieht das fast immer im Zusammenhang mit besonderen Bundesverheißungen, Bundesordnungen und – zeichen. Nur wer diesen Ordnungen nachkommt, und diese Zeichen übernimmt, hält den Bund und kommt so unter den Vorzug der Verheißungen.

Das Bündnis lebt vom Inhalt

Gott stiftete immer neue Bündnisse. Jedesmal mit neuem Inhalt. Mit Adam und Eva, Noah und seiner Familie, Abraham und den folgenden Generationen, bis zum Gnadenbund durch seinen Sohn Jesus Christus.

Das Alte und Neue Testament sind gefüllt mit einm aligen, israelischen, nationalen, zeitlich begrenzten, aber auch ewigen Bundesangeboten Gottes. Über 3000 verschiedene Verheißungen umwerben den Menschen für diese Lebensordnungen. Wer die Bibel betend liest, ist wie einer, der reiche Beute macht. Das innere Erkennen göttlicher Bündnisse ist zugleich der Weg in göttliche Verheißungen. Dieses Rhema-Erlebnis bewahrt man wie ein Martin Luther: "hier stehe ich, ich kann nicht anders!"

Dieses Gnadenbündnis Jesu Christi nahm er mit ins Grab und die Ewigkeit. Genau hieran können wir unsere geistlichen Väter der Pfingstbewegung verstehen, als sie das bleibende Bündnis von Jerusalems Pfingsten neu entdeckten. Jesus taufte die ersten Christen mit Heiligem Geist. Hier stehen wir, wir können nicht anders. Er tut es heute noch.

Können Menschen ein Bündnis wagen?

Vor 50 Jahren wagten einige Pastoren, zunächst eine "Arbeitsgemeinschaft der Christengemeinden in Deutschland" zu gründen. Später wurde daraus der "Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden". Ist der Mensch im biblischen Sinne überhaupt fähig, ein Bündnis zu stiften? Hat er die Kraft, Gott treu zu bleiben, auch wenn der Bündnispartner untreu wird? Wird der Mensch nicht seine, hoffentlich aus Liebe gestiftete Bündnisidee nach und nach durch Regeln zu einem Vertrag gleichberechtigter Partner deformieren?

Die Konfessionsgeschichte zeigt...

Wo Menschen das Bündnis der Gnade Jesu Christi entdeckten, entstand biblische Gemeinde. Gleichgesinnte Gemeinden formierten sich und entwickelten Solidarität unter diesem Bündnis. Die Treue an diesem Bündnis wurde nicht immer gleich gelebt. Das untereinander entstandene Solidaritätsbündnis sollte deswegen ein hilfreiches System durch stärkere Strukturen bekommen, und ungewollt ließ die Gottesbewegung nach. Was also helfen sollte, wirkte kontraproduktiv. Aus der göttlichen Bündnisbewegung wurde geregelte Kirche. Der Ruf nach Erneuerung und Erweckung wurde wieder hörbar.

Der BFP - eine Bündnisbewegung mit Gott

Nun ist es ja ein kirchengeschichtliches Leid, dass eine Gemeindebewegung häufig ihren Namenstitel aus ihrem neu entdeckten Gottesbündnis bekam. In Israel formierte sich die Sekte der Nazarener, als sie Gottes Bündnis in Jesus Christus entdeckten. Im Mittelalter formierten sich die Evangelischen, als sie die Gnade des Evangeliums neu entdeckten. Danach z.B. die Baptisten, weil sie den Bund der Taufe mit einem guten Gewissen zu Gott neu entdeckten. Und als unsere Väter Gottes Bund zu Pfingsten wiederfanden, bekamen sie auch ihren Titel.

Unabhängig von unserer gesellschaftlichen Benennung, mit der wir uns markieren lassen, möchten wir mit dem Apostel Paulus deutlich machen, dass unsere Erkenntnisse über Gottes Bündnisse nur Stückwerk sind. Wir wollen uns nicht nur in die Verteidigung und Propagierung dieser speziellen Erkenntnis hineindrängen lassen, sondern Solidaritätsgemeinschaft aller Bündnisse Gottes werden.

BFP - ein Bündnis von Bewahrung und Bewegung

Halte, was du hast! Nicht, dass ich es schon ergriffen habe, ich jage aber nach... Das sind Leitworte der Bibel für Christen. Jeder Bund mit Gott ist zeitlich. Das Leben des Menschen auf dieser Erde ist begrenzt, das Vermächtnis soll auf die nachfolgenden Generationen übertragen werden. Nicht immer gelang dies. Die Geschichte der Gemeinde Jesu zeigt bei dieser Übergabe an die nächste Generation herbe Substanzverluste.

Unser Augenmerk wird auf diese Entwicklung gerichtet sein müssen. Normalerweise verheißt Gott im Bund der zehn Gebote Segen bis in das 1000ste Glied. Zu oft wurde dieser Segen verbraucht. Nach Adam Riese kann sich dieser Segen addieren.

Jede Generation kann einen neuen tausendfachen Segen für die Nachkommen durch ihr Leben auslösen. Sie brauchen nicht nur von vererbter Substanz zehren.

Das gibt Kraft für weitere Bewegung. Jede geistliche Bewegung ist von Gott ausgegangen. Wir wollen kein "Dach auf unser erkanntes Bündnishaus setzen". Gott baut weiter. Wir wollen offen sein, für neue Bündnisse Gottes, die wir bisher noch nicht gekannt haben.

In Dankbarkeit für das Bewegte und Bewahrte der vergangenen 50 Jahre ist es absolut legitim, dass wir uns bereit halten für Bewahrung und neue Bewegungen der Bündnisse Gottes.

© Urheberrecht - Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden BFP







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